Easy habits - der einfache Weg zu Gewohnheiten

• 4 Minuten Lesezeit • von Frank

Easy-habits sind Gewohnheiten, die zu einfach sind als dass man sie nicht tun könnte.
Die Idee dafür habe ich von Stephen Guise aus seinem Buch: „Viel besser als gute Vorsätze“.
Stell dir ein Konzept für Gewohnheiten vor, wo es unmöglich ist zu scheitern.
Das hört sich wie ein Werbeslogan an – zu schön um wahr zu sein! Ich will es erklären:

Eines meiner Kinder hat einen Teller fallen lassen. Der Boden war voller Scherben. Meine Frau holte den Staubsauger und entfernte das Porzellan. Soweit so normal. Aber dann ging sie mit dem Staubsauger über den Wohnzimmerteppich, dann in den Flur und im nu war unsere halbe Wohnung gereinigt und das obwohl sie ursprünglich nur vorhatte einen kleinen Teil der Küche zu saugen.

Das ist das Prinzip der easy-habits.

Du gibst dir eine winzige Aufgabe, die dazu führt, dass du freiwillig mehr tun wirst. Du willst zum Beispiel regelmäßig in deiner Bibel lesen, bist bisher aber immer gescheitert, weil du dir zu viel vorgenommen hast.
Eine easy-habit könnte z.B. sein, dass du dir nur einen Abschnitt vornimmst. Einen klitzekleinen Abschnitt. „Das ist lächerlich!“ Denkst du. „Da komme ich ja nie durch die Bibel“. Falsch! Nach 10 Jahren bist du durch. Spätestens!
Viel wahrscheinlicher ist, dass du schon in unter zwei Jahren durchkommst, vielleicht sogar in Einem. Auf jeden Fall viel schneller wie wenn du nur sporadisch etwas liest. Warum?

Weil es dein Ziel ist regelmäßig und viel in der Bibel zu lesen. Und wenn du sie schon in der Hand hast – Du erinnerst dich an das Staubsaugerbeispiel – wirst du sehr wahrscheinlich deutlich mehr lesen.
Das Ziel der easy-habits ist, dass du jeden Tag an deinem Ziel arbeitest. Jeden Tag. Ohne Ausnahme. Das ist die große Stärke einer Gewohnheit, dass wenn du jeden Tag ein wenig machst es sich nach einiger Zeit zu einem großen Haufen addiert.

Ich selbst will gerne Gitarre lernen. Ich bin ganz und gar unmusikalisch. Meine easy-habit besteht aus einem Akkord am Tag. Ein Akkord? Das ist lächerlich wenig! Aber stell dir vor, die Gitarre ist auf dem Schoß, die Finger sind am Griffbrett und die Schlaghand gleitet sanft über die Seiten. Ein schöner Ton entsteht. Es ist fast unmöglich nicht noch und noch und noch ein Akkord zu spielen. Mittlerweile macht es mir richtig Spaß und ich greife in der Regel mehrmals am Tag zur Gitarre.

Was aber passiert, wenn ich an einem Tag müde und gestresst bin und keine Lust auf die Gitarre habe. Ich werde mein Pensum auf jeden Fall erfüllen, denn es gibt keine Entschuldigung es nicht zu tun, außer ich vergesse es. Ich werde weiter machen und werde morgen wieder am Start sein.

Die Gewohnheitskette wird nicht abreißen.

Und das ist ein riesen-mega-Vorteil dieser Methode – Ich kann es gar nicht genug betonen. Dass du nach einem schlechten Tag, Morgen wieder weitermachst ist der Knüller. Das ist die eine Sache, die dich mit deiner Gewohnheit eines Tages zu einem Champion macht. Warum? Weil die meisten Vorhaben daran scheitern, dass du nach zwei oder drei schlechten Tagen alles hinwirfst und nicht weitermachst. Ich kenne das. Ich experimentiere schon seit Jahren mit Gewohnheiten. Manche sind Gott sei Dank geblieben. Aber viele gute Gewohnheiten sind genau aus diesem Grund verloren gegangen. Mit einer easy-habit wird das nicht passieren. Vorausgesetzt deine Gewohnheiten entstammen deinem eigenen Wunsch und sind dir nicht von außen aufgesetzt.

Weitere Vorteile sind:

Verändertes Denken

Wer ein klar definiertes Ziel hat an dem er jeden Tag arbeitet wird logischerweise auch öfter daran denken. Das ist ein großer Vorteil. Lass mich ein Beispiel nennen. Stell dir vor, deine easy-habit ist deinem Ehepartner jeden Tag ein Kompliment zu machen. Eine schöne Gewohnheit. Deine Gedanken werden also mehrmals am Tag auf der Suche sein nach etwas Gutem an deinem Partner und das wiederum wir einige andere positive Effekte nach sich ziehen. Dasselbe gilt natürlich für alle anderen easy-habits. Sie werden in deiner Gedankenpriorität nach oben steigen und dazu führen, dass du dich automatisch mehr damit beschäftigst.

Positive Gefühle

Gute Gefühle sind ein weiterer Effekt von easy-habits. Es mag sein, dass Gefühle kein guter Ratgeber sind. Aber für unseren Zweck sind sie sehr wichtig. Die meisten unserer Entscheidungen treffen wir nämlich nicht wegen unserem hervorragenden Verstand, sondern aufgrund der Gefühle. Easy-habits fühlen sich gut an, weil du messbar auf der richtigen Spur bist und negative Gefühle wie Versagen diesen Prozess nicht unterbrechen. Im Gegenteil. Positive Gefühle werden dich beflügeln weiter zu machen.

Flexibel

An Tagen an denen du Bäume ausreißen könntest, kannst du viel tun um deinen Zielen näher zu kommen und an den schlechten Tagen machst du nur das Mindestpensum. In beiden Fällen hast du dein Ziel erreicht und das Wichtigste: Am nächsten Tag geht es weiter!

Geringer Widerstand

Innerer Widerstand kann sehr mühsam sein. Manchmal wenn meine Frau mich gebeten hat einkaufen zu gehen habe ich innerlich gestöhnt: „Auch das noch“. Eine lächerliche Aufgabe, die durch Widerspenstigkeit richtig anstrengend wurde. Viel schlimmer ist es bei hochgesteckten Zielen. 100 Bibelverse auswendig lernen ist eine gute Sache, die zum Frust werden kann oder was häufiger der Fall ist: Die erst gar nicht angepackt wird. Zu unmöglich scheint die Aufgabe zu sein. Was wäre, wenn das Ziel ist nur eine Lerverskarte am Tag anzuschauen? Immer mit dem Hintergedanken: Gerne auch mehr. Und natürlich schaust du dir auch mal zwei oder drei oder 30 Karten an. Warum? Weil es dein Ziel ist. Und wer weiß? Vielleicht kommen irgendwann die 100 zusammen. Vielleicht auch nur 30. Das ist auch gut, und 30mal besser wie Keine!

Raus aus der Komfortzone

Wir alle haben unsere Komfortzone und es fällt uns schwer sie zu verlassen. Je weiter das Ziel außerhalb dieser Zone liegt, desto wahrscheinlicher wirst du wieder zu alten Gewohnheiten zurückkehren. Easy-Habits sind alle am Rand deiner Komfortzone angesiedelt und bewegen sich langsam weiter weg, so dass deine Komfortzone entspannt aber sicher immer weiter gedehnt wird.

Zusammenfassung:

Easy-Habits sind kleine Gewohnheiten, die jeden Tag mühelos ausgeführt werden können. Es sind deine eigenen Ziele, die auf ein Mindestmaß heruntergebrochen sind. Die Genialität liegt darin, dass sie jeden Tag ausgeführt werden können – immer mit dem Hintergedanken: „Gerne auch mehr“. Scheitern ist ausgeschlossen und du wirst am nächsten Tag wieder auf der Matte stehen. Fast unbemerkt wirst du so starke Gewohnheiten aufbauen und mehr und mehr deine Komfortzone erweitern.

Was du tun kannst:

  • Schreibe dir auf, welche Gewohnheiten du dir aneignen willst.
  • Suche dir davon 2-3 aus und finde eine easy-habit. Am Besten ganz kurz und wenn möglich ohne Zeitangabe.
  • Es sollte nicht länger wie 10 Minuten dauern die Aufgabe zu erfüllen.
  • Teste die Habits eine Woche und entscheide dann ob du sie so in einen Alltag integrieren willst.
  • Lass die Kette nicht abbrechen und höre nicht auf bevor es zu einer echten Gewohnheit geworden ist (ca. 60-70 Tage)
  • Falls du Ideen brauchst kannst du dir die easy-habit Beispielliste anschauen.

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